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Der Wilhelm-Raabe-Literaturpreis


Im Foyer des Raabe-Hauses, Leonhardstraße 29 a, erinnern Tafeln an die Preisträgerinnen und Preisträger des ehemaligen Raabe-Preises der Stadt Braunschweig, der bis 1990 vergeben worden ist.

Im Zuge einer intensiven Debatte um zukunftsorientierte Formen der Auseinandersetzung mit dem Werk und dem Nachlass hat die Stadt Braunschweig nicht nur die Neugestaltung des Raabe-Hauses und die Einrichtung der Wilhelm-Raabe-Forschungsstelle, sondern auch die Neukonzeption eines Wilhelm-Raabe-Literaturpreises beschlossen.

Dieser neue Literaturpreis wurde erstmalig im Jahr 2000 vergeben. In Würdigung Wilhelm Raabes und seines Werkes trägt der Preis dessen Namen. Er ist das Ergebnis einer engen Kooperation zwischen Deutschlandfunk und der Stadt Braunschweig. Dieses gemeinsame Engagement einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt und einer Kommune war bis zu diesem Zeitpunkt einmalig. Einmalig auch die Preissumme: Mit 25.000 € zählt der Wilhelm-Raabe-Literaturpreis zu den höchstdotierten Literaturpreisen Deutschlands. Mit ihm soll alle zwei Jahre ein zeitgenössisches Erzählwerk ausgezeichnet werden, das einen besonderen Stellenwert in der Entwicklung der Autorin oder des Autors markiert.

Eine siebenköpfige Jury, bestehend aus namhaften Literaturfachleuten, entscheidet über die Vergabe des Preises. Jedes Jurymitglied nominiert einen oder mehrere Autoren, deren aktuelles Erzählwerk innerhalb des zweijährigen Vergabeturnus erschienen ist. Aus diesen Vorschlägen ermittelt die Jury dann die Trägerin oder den Träger des Wilhelm-Raabe-Literaturpreises. Die Verleihung des Preises erfolgt im Vergabejahr jeweils am 15. November, dem sogenannten "Federansetzungstag" Wilhelm Raabes.

Kurzfassung Wilhelm-Raabe-Literaturpreis

Kategorie:
Deutschsprachige Literatur (Erzählende Literatur)

Donator:
Stadt Braunschweig; Deutschlandfunk

Gründungsjahr:
1944 (Aufwertung, Neukonzeption im Jahr 2000, jeweils Verleihung 15. November)

Intention:
Würdigung des Lebenswerkes Wilhelm Raabes und seine herausragende Bedeutung für das Geistesleben seiner Zeit.

Verleihungsmodus:
Alle zwei Jahre Auszeichnung (25.000 €) an ein in deutscher Sprache verfasstes Einzelwerk. Es muss in den zwei der Preisvergabe vorausgehenden Jahren erschienen sein. Ausgeschlossen ist die Würdigung eines Erstlingswerkes oder des Gesamtwerkes.

Auswahlverfahren:
Ernennung durch eine von der Stadt Braunschweig und dem Deutschlandfunk immer wieder neu berufene 7-köpfige Fachjury

Hinweis:
Eigenbewerbung nicht möglich

Anschrift:
Stadt Braunschweig
Fachbereich Kultur
Abteilung für Literatur und Musik
Schlossplatz 1
38100 Braunschweig
Tel.: (0531) 470 4840 Fax: (0531) 470 4809
Ansprechpartnerin: Dr. Annette Boldt-Stülzebach
Email: annette.boldt-stuelzebach@braunschweig.de



Raabepreisträger vor der Neukonzeption (1944 - 1990)

Ricarda Huch
Gesamtwerk
1944

Fritz von Unruh
Gesamtwerk
1947

Werner Bergengruen
Gesamtwerk
1948

Ina Seidel
Gesamtwerk
1949

Hermann Hesse
Gesamtwerk
1950

Max Frisch
"Stiller"
1954

Friedrich Georg Jünger
"Die beiden Schwestern"
1957

Gerd Gaiser
"Schlußball"
1960

Hans-Erich Nossack
„Begegnung im Vorraum“
1963

Heimitio von Doderer
"Die Wasserfälle von Slunj"
1966

Walter Kempowski
"Tadellöser & Wolff"
1972

Uwe Johnson
"Jahrestage"
1975

Horst Bienek
"Die erste Polka/ Septemberlicht"
1978

Hermann Lenz
"Der innere Bezirk"
1981

Alois Brandstetter
"Altenehrung"
1984

Siegfried Lenz
Gesamtwerk und "Exerzierplatz"
1987

Gerhard Köpf
"Eulensehen"
1990

Raabe Unterschrift

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